Acrylmalerei – das kleine 1×1 der Acrylfarben

Wie du weißt, nutze ich fürs intuitive Malen ja hauptsächlich Acrylfarben. Während ich inzwischen wie selbstverständlich mit diesen Farben arbeite, weiß ich, dass vor allem am Anfang oft viele Fragen vorhanden sind.

In diesem kleinen 1×1 der Acrylfarben, werde ich dir so viele Fragen wie möglich beantworten und dir zeigen, warum sich die Farben so hervorragend zum intuitiven Malen eignen.

Acrylfarben

Eigenschaften von Acrylfarben

Wenn ich überlege, welche Materialien sich besonders beim Malen für Anfänger eignen, dann sind es definitiv die Acrylfarben. Die vielseitigen Eigenschaften und Möglichkeiten dieser Farben eignen sich hervorragend für einen einfachen und spannenden Start in die Malerei.

Egal, ob du als Ziel hast, schöne, realistische Acrylbilder zu malen oder ob du eher auf die abstrakte Malerei stehst, mit Acryl bist du in alle Richtung bestens bedient. Aber warum ist das so?

Schnell trocknend

Zu den wohl bekanntesten und praktischsten Eigenschaften von Acrylfarben zählt, dass sie sehr schnell trocknen. Dies lässt eine einfache und schnelle Arbeitsweise zu. Gerade für das intuitive Malen, bei dem man ungerne den Flow unterbrechen möchte, ist diese Eigenschaft besonders wertvoll.

Sobald die Farbe getrocknet ist, ist sie wasserbeständig, dass heißt, sie lässt sich auch aus Kleidung so gut wie nicht mehr entfernen. Von der Haut sowie von den Malwerkzeugen kann man die Farbe gut mit Seife und Wasser entfernen.

Geruchsneutral

Anders als Ölfarben zum Beispiel sind Acrylfarben geruchsneutral. Diese Eigenschaft macht die Farbe besonders für den Einsatz in geschlossenen Räumen geeignet und macht die Anwendung mit Kindern oder Tieren in der Nähe möglich.

Aber Achtung: Acrylfarbe kann, je nach Zusammensetzung, für Kinder gesundheitsschädlich sein und auch bei Erwachsenen zu Hautreizungen führen.

Verdünnbar

Acrylfarben lassen sich hervorragend mit Wasser oder einem Fließmedium verdünnen. Dies dient zum Beispiel dazu, dass man, wie mit Aquarellfarben, die Farbe lasierend auftragen kann, heißt, die Farben sind leicht transparent und man kann die verschiedenen Schichten darunter durchschimmern sehen.

Pigmentierung

Acrylfarbe besteht, wie andere Farben auch, zum Großteil aus Pigmenten und dem Bindemittel Kunstharz.

Je mehr Bindemittel eine Farbe enthält, umso matter ist die Farbe. Bei höherer Pigmentdichte hat man dagegen eine höhere Farbintensität und Leuchtkraft.

Deckkraft

Wer sich mit Acrylmalerei beschäftigt, sollte sich auch einmal mit den Unterschieden in der Deckkraft der Farbe vertraut machen. Für Anfänger ist dies zwar noch nicht unbedingt relevant, aber gerade bei abstrakten Bildern oder beim intuitiven Malen können die verschiedenen Deckungseigenschaften der Farben vielfältig eingesetzt werden.

Es gibt vier Deckungsgrade, die bei Acrylfarbe unterschieden werden: deckend, halbdeckend, halbtransparent und transparent. Bei halbtransparenten oder transparenten Farben spricht man auch von halblasierenden, bzw. lasierenden Acrylfarben.

Die Bezeichnungen sind recht selbsterklärend, einzig der Unterschied zwischen halbtransparent und halbdeckend dürfte Fragen aufwerfen. Der Unterschied liegt hier in der Menge der Pigmente.

Pigmente können von Natur aus bereits (halb-)transparent oder halbdeckend sein. Mit mehr Pigment deckt die Farbe besser. Durch mehrmaliges Auftragen bekommt man ebenfalls eine höhere Deckkraft.

Bei halbdeckender Farbe scheint der Untergrund weniger stark durch als bei halbtransparenter Farbe. Im Vergleich zur transparenten Farbe dagegen, lässt die halbtransparente Farbe weniger durchscheinen, denn natürlich hat auch die transparente Farbe eine gewisse Deckkraft.

Hier könnt ihr sehen, was genau ich meine.

Acrylfarben Deckkraft

Lichtbeständigkeit

Acrylfarben haben, je nach Zusammensetzung, eine unterschiedliche Lichtbeständigkeit oder Lichtechtheit. Doch was bedeutet das eigentlich?

Je höher die Lichtbeständigkeit einer Farbe ist, desto länger behalten die Farben ihre Farb- und Leuchtkraft.

Du kennst das vielleicht von farblichen Vorhängen oder Teppichböden. Je länger dein Teppich der Sonne ausgesetzt wird, umso mehr verfärbt er sich, bzw. umso heller wird er. Ganz ähnlich ist dies mit Farben.

Die Lichtechtheit zeigt dir an, wie lange in etwa die Farbe konstant bleibt wenn sie UV-Strahlen, also dem Sonnenlicht, ausgesetzt wird.

Je nach Hersteller findest du Angaben von keinem Sternchen (dies ist oft bei sehr günstigen Farben der Fall, da diese häufig keine Angaben zu Lichtbeständigkeit und Deckkraft machen) bis hin zu 5 Sternchen (zum Beispiel bei Farben von Schmincke) auf den Tuben. Je mehr Sternchen eine Farbe hat, um so höher ist die Lichtechtheit.

Acrylfarben Deckkraft

Vielseitig anwendbar

Acrylfarben lassen sich auf sehr vielen Untergründen verwenden. Neben den bekannten Leinwänden und dickerem Papier eignet sich beispielsweise auch Holz als Maluntergrund hervorragend.

Flusseigenschaften oder auch Viskosität

Je nach Hersteller kann Acrylfarbe verschiedene Fluss- oder auch Fließeigenschaften haben, auch Viskosität (Konsistenz) genannt. Unterschieden werden hier „Fluid Acrylics“ und „Heavy Body Acrylics“.

Die Heavy Body Farben (Farben mit einer hohen Viskosität) sind fester von der Konsistenz, eher wie eine Paste. Sie lassen sich schwerer verteilen als die flüssigeren Farben. Nach dem Auftrag kann man die Strukturen des Malwerkzeugs, zum Beispiel die Pinselstriche meistens noch gut erkennen. Diese Farben ähneln Ölfarben und eigenen sich besonders für den pastosen Auftrag (Farbe wird unverdünnt aufgetragen und steht reliefartig auf der Leinwand). Diese Farben können sehr gut mit dem Spachtel oder Malmesser verarbeitet werden.

Die Fluid Acrylics sind flüssiger und eignen sich sehr gut für das leichte Übermalen anderer Stellen, für feinere Arbeiten mit Trockenpinsel und für Fließtechniken mit Wasser (unter anderem auch für das Acrylic Pouring). Die flüssigeren Farben lassen sich leicht verteilen und sie liegen flach, fast strukturlos auf dem Maluntergrund. Manchmal findet man hier auch die Bezeichnung liquide Acrylfarbe.

Die Viskosität beider Farben lässt sich durch das hinzufügen von Wasser/Medium, bzw. einem Verdicker verändern. Dabei ist die Wassermenge jedoch abhängig von der Farbsorte und nicht unbegrenzt. Hier muss also evtl. ein bisschen experimentiert werden.

Wichtig zu wissen: Beide Farben unterscheiden sich lediglich in ihrem Bindemittel, nicht aber im Pigmentgehalt!

Welche Acrylfarben soll ich kaufen?

Gerade am Anfang kann das große Angebot an Acrylfarben wirklich überfordernd sein. Genau aus diesem Grund kann ich dir hier euch keine klare Kaufempfehlung geben. Je nach dem, ob du gerade erst mit der Acrylmalerei anfängst oder ob du bereits fortgeschritten bist werden sich auch deine Ansprüche unterscheiden.

Ich habe zunächst mit alten Farben meiner Mutter begonnen und mir dann zum Start ein Set Acrylfarben von Artina* gekauft. Die Farben sind recht erschwinglich und ich nutze nach wie vor die 120ml-Tuben, die ich mir vor über einem halben Jahr gekauft habe (das kommt natürlich immer darauf an, wie viel du malst!).

Je mehr ich gemalt habe umso weniger reichte mir die Farbintensität der Artina-Acrylfarben nach dem Trocken aus. Sie trocknen recht matt und verleihen den Bildern daher nicht wirklich viel Leuchtkraft.

Ich habe mir dann meine ersten Farben von Lukas Cryl Terzia und Cryl Studio gekauft. Bei diesen Farben konnte ich auch auf die Deckkraft und auf die Lichtbeständigkeit achten. Ich habe mir verschiedene Farben mit jedem Deckungsgrad und einer Lichtbeständigkeit von sehr gut bis vorzüglich (2 Sternchen) und vorzüglich bis hervorragend (3 Sternchen) gekauft.

Mit den Lukas-Acrylfarben bin ich sehr zufrieden und finde sie für meine Ansprüche gerade absolut ausreichend.

Weitere Farben, bzw. Hersteller habe ich bisher nicht getestet. Mir ist bekannt, dass viele Künstler die Acrylfarben der Marke Golden verwenden und auch Schmincke bietet Acrylfarben für Künstler an.

Letztendlich gilt hier, wie bei allem anderen auch, probiere aus, welche Farben und welcher Hersteller dir am meisten zusagt. Wenn du einfach nur ein bisschen für private Zwecke malen und mit Acrylfarbe spielen möchtest, dann fang mit günstigen Farben an. Aber bedenke, je mehr du malst und je wichtiger dir das ganze wird, umso eher solltest du in bessere Farben investieren. Eine tolle Farbintensität und hohe Leuchtkraft macht dein ganzes Malerlebnis einfach noch schöner und du wirst dich länger am Ergebnis erfreuen!

malen für Anfänger

Jetzt würde ich gern noch von dir wissen: Mit welchen Acrylfarben malst du denn aktuell?


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