Warum es nicht wichtig ist, was du malst – eine Kreativ-Blockade überwinden

Ich hatte eine lange Mal-Blockade, die zwar immer mal wieder von kürzeren Kreativ-Episoden unterbrochen war, jedoch bis heute anhält. Dabei ist es gar nicht so, dass ich nicht mal möchte, sondern viel mehr so, dass mein eigener Erwartungsdruck mich vollkommen blockiert. Wie ich es dennoch schaffe, zu Pinsel & Co. zu greifen verrate ich dir in diesem Post.

Dein Antrieb

Warum malst du? Bitte sei ehrlich zu dir selbst und mache dir ganz bewusst, warum du malst.

Malst du, weil du deine Bilder verkaufen möchtest? Malst du, um Anerkennung zu bekommen? Oder malst du, um dir selbst Ausdruck zu verleihen? Vielleicht malst du auch, weil es dich entspannt und einen Ausgleich zu deinem Alltag darstellt?

Es gibt zahlreiche Gründe, warum wir malen und es lieben, uns kreativ auszutoben. Wenn du weißt, was dein Grund ist, dann bist du schon halb durch deine Blockade durch.

Den Antrieb nutzen

Egal, was dein Antrieb ist, hier liegt der Stoff, der dich wieder ans Malen bringt.

Arbeite mit dem, was du als deinen Antrieb herausgefunden hast. Tauche hier einmal richtig ein. Spüre das Feuer, das in dir auflodert wenn du dir dein Warum bewusst machst. Bade in deinen Gedanken, aber vor allem in deinen Emotionen und Empfindungen. Nutze deinen ganzen Körper und gebe dich dem hin, was da in dir hoch kommt.

Wenn du dich öffnest und dich auf allen Ebenen – emotional, gedanklich, körperlich – auf deinen Antrieb einlässt, dann wird das Kribbeln – dein Verlangen – sich vermutlich sehr schnell wieder einstellen und du kannst gar nicht anders, als wieder zum Pinsel zu greifen.

Arbeite mit jetzt mit deinem Warum

Wenn du jetzt verkopfst und mit dem falschen Anspruch an dein Bild gehst, wird viel schief laufen:

  • du wirst dich nicht auf das Bild einlassen können
  • dir wird die Idee fehlen
  • du wirst schnell gefrustet sein
  • nichts wird dir so richtig gelingen
  • du kannst keine Connection zu deinen Materialien herstellen
  • es wird anfangen, dich zu stressen
  • du wirst die Sachen wieder weglegen
  • und sehr wahrscheinlich fällst du zurück in deine Blockade

Warum es nicht wichtig ist, was du malst

Beim ersten Bild nach einer langen Pause oder Blockade solltest du meiner Meinung nach vollkommen auf das Ergebnis sch***. Klar, wenn dein Warum, dein Antrieb der ist, mit deiner Kunst Geld zu verdienen, dann wird dich dieser Tipp frustrieren. Aber bitte bedenke, dass dir dieses erste Bild nach einer Pause einfach nur helfen soll, in deinen Kreativprozess zurück zu finden.

Und hier ein Extra-Gedanke von mir: Ich bin überzeugt davon, wenn du dich von dem Gefühl leiten lässt, in das du zuvor eingetaucht bist, als du dich mit deinem Antrieb verbunden hast, dann wird dein Werk so oder so fantastisch werden und der Hammer: Du wirst wieder mit dem Gefühl malen, dass dich irgendwann einmal so sehr angezogen und motiviert hat.

Und das ist der Grund, warum es nicht wichtig ist, was du malst!

Wichtig ist WIE du malst

Was meine ich damit, wenn ich sage, es ist unwichtig was du malst aber wichtig wie du malst?

Noch einmal, im Vordergrund steht dein Antrieb, dein Warum, der Grunde weshalb du überhaupt über das Malen nachdenkst. Der Punkt, dich mit deinem Antrieb zu verbinden ist essenziell, denn hier baust du die richtige Energie auf. Du verbindest dich mit der Kreativität in dir (das gilt übrigens meiner Meinung nach auch für andere kreative Tätigkeiten wie das Töpfern, Nähen, Musizieren usw.). Und das auf einer viel tieferen Ebene als wenn du dich durch andere Bilder und Künstler*innen inspirieren lässt.

Andere Werke/Künstler*innen = Außen. Deine Verbindung mit deinem Antrieb = Innen.

Wenn du nun also mit deiner inneren Kreativität verbunden bist, dann kann diese durch dich fließen. Du kannst dich einfach von ihr leiten lassen. Und das meine ich mit dem Wie.

Ideen für dein Wie

Hier eine kleine Sammlung von Ideen, was du machen kannst um mehr an deinem Wie, als am Motiv zu arbeiten. Alle Ideen sind dafür gedachte, dass du in einen Flow-Zustand kommst und dich treiben lassen kannst.

  • sorge für eine passende Umgebung (damit meine ich, dass du es dir so herrichtest, wie du es brauchst, da ich zum Beispiel viel mit Wasser arbeite, habe ich in meiner Kreativ-Ecke Malervlies liegen und meinen Boden zu schützen, so brauche ich mir keine machen, dass etwas daneben geht)
  • mache es dir gemütlich, sorge für Stimmung (magst du Kerzenlicht, brauchst du es eher warm oder lieber kühl, magst du gute Düfte, zum Beispiel durch ein Räucherstäbchen oder Duftöle? All das kann dir helfen, dich in dir und dem Moment wohl zu fühlen und wenn du bei dir bist, kommst du leichter in den Flow
  • nutze Musik (bei mir läuft immer eine Playlist mit Instrumentaler Musik, am liebsten von bekannteren Stücken, aber da kannst du ganz nach deinem Geschmack das auswählen, was du magst und brauchst)
  • meditiere 3 Minuten (ich setze mich gerne vor meine Leinwand, konzentriere mich für einen Moment auf meinen Atem und bitte u.a. meine innere Kreativität darum, mich zu führen)

Es ist nicht wichtig, was du malst, nur das du malst

Mit diesen Tipps bist du soweit ausgestattet, dass du zum Pinsel und zur Farbe greifen kannst. An dieser Stelle möchte ich dich auch gerne auf meine Posts zum intuitiven Malen aufmerksam machen. Denn das könnte an dieser Stelle genau das richtige sein.

Gerade nach einer langen Pause kann es sich komisch anfühlen, wieder mit Farben zu arbeiten. Ich persönlich merke dann, auch wenn ich all die vorherigen Schritte gemacht habe, dass ich irgendwie gehemmt bin. Neben dem permanenten bewusst machen meines Antriebs für das Malen hilft es mir, dann einfach mit allem, was ich bin und zur Verfügung habe zu spielen.

Zwei spannende Ansätze dazu möchte ich hier noch mit dir teilen:

MALEN OHNE FARBE: Stell deine Leinwand auf, oder nimm dein Blatt Papier. Nimm nun deinen Pinsel oder nutze deine Finder, so, wie du auch sonst vorgehen würdest, aber lasse die Farbe weg. Male jetzt dein Bild, als würdest du Farbe nutzen. Zaubere ein unsichtbares Kunstwerk, nur für deine Augen bestimmt. Schon bald wird dich der innige Wunsch überkommen, das Bild sichtbar werden zu lassen, dies ist der Punkt, an dem du beginnst, Farbe zu nutzen. Übrigens, es ist auch ok, wenn der Punkt nicht kommt und du heute eben nur unsichtbare Kunst zauberst!

AUGEN ZU UND LOS: Bereite deine Sachen vor, nimm die Farbe auf, ob mit der Hand oder dem Pinsel, trete an deinen Maluntergrund heran und dann schließe deine Augen. Vielleicht magst du erst einmal mit deiner freien Hand die Konturen deiner Leinwand nachfahren um dir ein Bild davon zu machen und dich mit ihr zu verbinden. Dann überlege nicht lange und setze einfach irgendwo mit deiner Farbe an. Verteile sie, lass es einfach geschehen und halte die Augen geschlossen. Irgendwann kommst du an Punkt, an dem deine Neugier siegt. Öffne die Augen und arbeite weiter mit dem, was du gezaubert hast. Hier ist natürlich alles erlaubt, ergänzen, weiterführen, übermalen.

Spiele!

Egal, ob du nun aus der reinen Freude und Entspannung heraus kreativ bist oder ob du malst, weil du damit Geld verdienen möchtest, sie deine Kreativität als Spielkamerad*in und genieße die Spielzeit mit ihm/ihr.

Je mehr wir wieder in unsere kindliche, verspielte Version finden um so offener, mutiger und kreativer sind wir. Denn hier wollen wir Erfahrungen machen, ausprobieren, erkunden. Hier gehen wir Wege, die unser logischer Verstand meistens schon ausschließt bevor wir sie greifen können. Nutze das für dich und deine kreativen Prozesse! Spiele – mit dir und für dich und male, egal was!



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