Chaos – Inside and Outside und warum ich male

Seit einigen Tagen bin ich wieder unruhig, innerlich. Ich kann meine Gedanken nicht richtig fassen, aber ich finde auch keine Ruhe, nicht bei dem Versuch, einzuschlafen, nicht beim Meditieren, nicht beim spazieren gehen. Da sind keine Gedankenberge. Da sind einfach nur Gefühle, wieder mal.

Gefühle, die ich nicht konkret greifen kann. Ich spüre, mir geht es nicht gut. Gefühlt sind es mindestens ein Duzend aktuell negativ bewertete Emotionen, die zu einem Knäuel in mir mutiert sind. Doch ich kann sie nicht benennen.

Um irgendwie von innen ins Außen zu gelangen male ich. Mir ist schon so oft aufgefallen, dass dies, für mich, ein super Mittel ist um aus dem Kopf und den Emotionen auszusteigen. Also habe ich mich hingesetzt und gemalt.

Wenn ich so in meinen Emotionen bin und ich mich dabei nicht gut fühle, dann ist mein erster (Gedanken-)Impuls immer, alles dunkel, braun oder schwarz zu malen, nichts hübsches, einfach nur Tristesse.

Aber in Wahrheit sieht es in mir ja ganz anders aus. Ein Duzend Gefühle. Wie könnte ich so viele Emotionen nur mit einer Farbe darstellen? Niemals würde ich allen Empfindungen damit gerecht werden. Nein, Tristesse ist nicht das, was ich malen will.

Mein Bild wird, wieder mal, bunt. Es ist ein so simples Bild und es entstand in wenigen Minuten und ohne großen Aufwand und doch hat es seinen Zweck erfüllt.

Wieder einmal konnte ich durch das Malen aus meinem inneren Chaos ausbrechen und mich selbst beruhigen. Ich finde Ruhe im Malen, jedes Mal.

Ob es anhält? Nein.

Ich begann das Bild heute vor dem Abendessen. Der ganze Tag war irgendwie nicht so meiner und am Nachmittag erhielt ich dann noch eine Absage für eine Anfrage die ich gestellt hatte. Mit einem entsprechenden Gefühl machte ich mich dann auf in den Feierabendverkehr um noch ein paar Dinge zu erledigen. Meiner Laune war dies nicht gerade zuträglich. Zu Hause brauchte ich dann unbedingt etwas, um alles raus zu lassen.

Ich setzte mich also an meinen Maltisch und machte einfach nur Striche. Striche nebeneinander, Striche übereinander, Striche eng zusammen und Striche mit etwas mehr Abstand. Ich wechselte die Farben und nahm unterschiedlich dicke Stifte. Und mit jedem Strich ließ ich den Tag ein bisschen mehr los.

Beim Abendessen ging es mir etwas besser. Ich fühlte mich dennoch niedergeschlagen und lag somit gegen halb acht bereits im Bett. Meditation und mehrere Geschichten später, ich blieb hellwach. Keine Gedanken, nur dieser Druck in mir.

Jetzt ist es fast 24:00 Uhr. Ich bin immer noch hellwach. Mein Bild habe ich um bunte Punkte und schwarze Sterne erweitert.

Chaos. Inside and Outside.

Was gerade los ist weiß ich nicht. Ich hoffe, dass ich bald ein bisschen schlafen kann und dass meine Welt morgen wieder etwas besser aussieht. Vielleicht so bunt und fröhlich wie mein Bild…



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